Kunstmuseum der Stadt Albstadt - Aktuelle Ausstellungen

17. März 2019 bis 16. Februar 2020
Christian Landenberger (1862–1927). Neue Sammlungspräsentation

Matinee zur Eröffnung: Sonntag, 17. März 2019, 11 Uhr

Das Kunstmuseum Albstadt hat sich seit seiner Gründung im Jahr 1975 für das Werk von Christian Landenberger (1862–1927) besonders eingesetzt. Die umfangreiche Dauerleihgabe von Dr. Hans Landenberger, eines Neffen des Malers, ging im Laufe der Zeit in die Städtischen Kunstsammlungen ein und zog zahlreiche weitere Ankäufe, Dauerleihgaben und Schenkungen privater Stifter nach sich.

So beherbergt das Museum inzwischen den größten Bestand mit über 80 Gemälden des Künstlers, gefolgt vom Kunstmuseum Stuttgart: Vier Skizzenbücher, rund 280 Zeichnungen und nahezu das gesamte Radierwerk. Über 500 Arbeiten Landenbergers auf Papier bilden in der Graphischen Sammlung des Kunstmuseums Albstadt mit über 25.000 Blättern des ausgehenden 19. bis 21. Jahrhunderts einen markanten Schwerpunkt.

In einer konzentrierten Auswahl, ergänzt um einzelne Leihgaben, zeigt die Ausstellung wichtige Aspekte von Landenbergers Schaffen im Blick auf Landschaft und Interieur, Porträt und religiöse Themen sowie auf die von ihm gewählten Techniken Malerei und Zeichnung.

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14. Oktober 2018 bis 28. April 2019 (verlängert) 
Geograph und Wolkenfänger
FELIX HOLLENBERG (1868–1945)
Maler-Radierer zwischen Niederrhein und Schwäbischer Alb  

Eröffnung: Sonntag, 14. Oktober 2018, 11 Uhr (parallel zu „Das Geheimnis der Landschaft“)

Zur 150. Wiederkehr des Geburtstages von Felix Hollenberg (1868–1945) würdigt das Kunstmuseum Albstadt in Zusammenarbeit mit dem Städtischen Museum Dinslaken den großen Erneuerer der Radierung mit einer umfassenden Ausstellung seines graphischen und malerischen Werkes.

Der aus Oberhausen-Sterkrade stammende Hollenberg zählt bereits als 21-jähriger mit zu den Ersten in Deutschland, die der Original-Radierung zu einer neuen Wertschätzung in der freien Kunst verhelfen. Die seit dem 19. Jahrhundert geläufige französische Bezeichnung „peintre-graveur“ für Künstler, die Druckgraphik nicht zu Reproduktionszwecken, sondern für den eigenen künstlerischen Ausdruck einsetzen, übernimmt Hollenberg später in seinem grundlegenden „Handbuch für Malerradierer“: die Summa seines in rund 30 Jahren gesammelten Wissens und seiner Erfahrung. Es wurde erst postum im Jahr 2008 vollständig veröffentlicht.

Ohne Zweifel liegt die kunsthistorische Bedeutung Hollenbergs in seinen Radierungen.  Einer Auswahl aus dem rund 1000 Blätter umfassenden Museumsbestand werden in der Ausstellung Beispiele aus Hollenbergs malerischem Werk gegenübergestellt, zumeist Leihgaben aus dem Nachlass und Privatbesitz. Gerade an den zahlreichen Wolken- und Landschaftsstudien wird deutlich, wie sehr diese spontanen Freilichtstudien die Arbeit in der Radierwerkstatt bedingen: zunächst in der heimatlichen Landschaft bei Dinslaken und Hiesfeld am Niederrhein, dann rund um Stuttgart am Feuerbach sowie am Neckar bei Cannstatt, Hofen und Münster, schließlich auf den Höhen der Schwäbischen Alb und in den Tälern von Lauter, Lauchert und Blau. Hollenberg gehört zu den wenigen Künstlern mit der Fähigkeit, auch im Freien „nach der Natur“ direkt auf die Platte zu radieren. Seine Meisterschaft, schwindendes Licht und Nachtstimmungen auf die Druckplatte zu bannen, entwickelt er jedoch in der Werkstatt mit Kaltnadel, Mezzotinto und ausgeklügelten Ätzverfahren.

Im „Salon der Freunde“ wirft die Ausstellung Schlaglichter auf Hollenbergs vielfältige Kontakte u. a. zu Joseph August Beringer, Alexander Eckener, Emil Braun-Kirchberg, Fritz Lang, Otto Reiniger, Heinrich Seufferheld, Clara Zetkin, Georg Friedrich Zundel, dem Stuttgarter Kupferdrucker Joseph Niederbühl und zu radierenden Kolleginnen und Kollegen, für die er teils selbst Radierungen an seiner Tiefdruckpresse druckte.

   
Zur Ausstellung ist ein Katalogbuch erschienen:

„Felix Hollenberg 1868–1945. Maler-Radierer zwischen Niederrhein und Schwäbischer Alb“. Veröffentlichungen des Kunstmuseums Albstadt, Nr. 177/2018.

Mit elf Beiträgen von acht Autoren, zwei Texten von Felix Hollenberg selbst und ca. 400 Abbildungen auf 264 Seiten. Preis: 29 €

 

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14. Oktober 2018 bis 28. April 2019 (verlängert) 
Das Geheimnis der Landschaft
Original-Radierung in Deutschland um 1900
Sammlung Volker Lehnert, Witten

Eröffnung: Sonntag, 14. Oktober 2018, 11 Uhr (parallel zu „Geograph und Wolkenfänger“) 

Mit Raffinesse und beinahe alchemistischer Neugierde für graphische Techniken erforschen Künstlerinnen und Künstler an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert die Natur. Sie geben sich nicht zufrieden mit der Reproduktions-Radierung, der Vervielfältigung berühmter Kunstwerke. Stattdessen erschaffen sie ganz eigene grafische Welten und leiten damit eine Blütezeit der Original-Radierung ein. Sie stammen aus Deutschland oder haben die Heimat hinter sich gelassen, um an renommierten Kunstakademien wie beispielsweise in Berlin, Dresden oder München zu studieren. Sie wirken zeitweise als Illustratoren und Filmarchitekten, entwerfen Möbel und Porzellanmalereien. Vereint in ihrer Leidenschaft für die Natur, ergründen sie die Felder an der Flensburger Förde, bereisen die Mark Brandenburg, überqueren die Schwäbische Alb oder lassen sich beim Dachauer Moos nieder. Mal fangen sie das Licht des Tages mit der Radiernadel ein, dann bannen sie die nächtliche Dunkelheit in Mezzotinto. Der heitere Sommertag fasziniert sie ebenso wie die dramatische Sturmszene. In ihrem Schaffen hat die exakte Naturbeschreibung genauso ihre Daseinsberechtigung wie die symbolistisch-mystische Traumlandschaft. Jugendstil, Impressionismus und Frühexpressionismus manifestieren sich in den graphischen Blättern.

Parallel zur Ausstellung „Geograph und Wolkenfänger“ widmet sich die Schau „Das Geheimnis der Landschaft" dem vielseitigen Kunstschaffen der Zeitgenossen von Felix Hollenberg (1868–1945). Zu sehen sind 66 ausgewählte Werke aus der Sammlung Volker Lehnert, Witten. Um den direkten Vergleich zu ermöglichen, werden sie Blättern des Maler-Radierers Hollenberg aus dem Bestand des Kunstmuseums Albstadt gegenübergestellt.

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Abbildung: Alexander Olbricht, Stürmischer Tag, 1908, Kaltnadel, Sammlung Volker Lehnert, Witten (Foto: Niels P. Carstensen)


 
21. Juli 2018 bis 1. September 2019 (verlängert)
OTTO mit und ohne Farbe
Otto Dix, der Pinsel und der Zeichenstift

Eröffnung: Samstag, 21. Juli 2018, 14.30 Uhr (Sommerfest des Kunstmuseums)

Warum schwarz-weiß, wenn‘s auch in Farbe geht? OTTO DIX (1891–1969) greift ebenso gern zum Pinsel wie zum Zeichenstift. Manchmal macht er Skizzen auf Papier, hält Ideen fest oder fertigt Entwürfe an, bevor ein farbiges Bild entsteht. Mit kräftigen Tönen kann er Figuren lebendig wirken lassen und Stimmungen wie zum Beispiel Wärme und Heiterkeit erzeugen. Aber ein so geübter Grafiker wie der OTTO braucht nicht unbedingt Blau, Gelb oder Rot, um interessante Geschichten zu erzählen! Oft reicht ihm dafür ein flotter Federstrich. Im ‚jungen kunstraum‘ erleben wir OTTO mit und ohne Farbe – frech und frei in allen Techniken.

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Abbildungen: Otto Dix, Selbstbildnis mit Marcella, 1968, links: Farblithografie, rechts: Schwarzweiß-Lithografie, Stiftung Sammlung Walther Groz (Foto: Kunstmuseum Albstadt, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018 – Otto Dix)


Brigitte Wagner, Impressionen III, 2012, Absprengtechnik, Schenkung Brigitte Wagner,
Foto: Lengerer, Albstadt / © bei der Künstlerin
 
21. Juli 2018 bis 31. März 2019 (verlängert)
Herr Zinen spricht mit seinen Bäumen
Die Schenkung Brigitte Wagner – eine Auswahl

Finissage-Führung mit der Künstlerin: Sonntag, 31. März 2019, 15.00 Uhr

Druckgrafik in neuartiger Farbigkeit, atmosphärische Tonwerte und eine gesteigerte Freiheit im Umgang mit Naturnähe und lyrischer Abstraktion: Brigitte Wagner (*1940) bleibt der Darstellung der Landschaft verpflichtet und offenbart dabei bisher unbekannte Facetten ihres künstlerischen Schaffens. In ca. 30 Bildern umkreist die Ausstellung die in Absprengtechnik realisierten Folgen um die ‚Impressionen“ und die Fantasiefigur ‚Herr Zinen‘ und gibt dabei einen spannenden Einblick in eine großzügige Schenkung: Im Dezember 2017 hat die Vollblut-Radiererin über 270 ihrer Werke an die Stadt Albstadt übergeben. Zusammen mit den mehr als 260 Arbeiten aus der Stiftung Sammlung Walther Groz besitzt das Kunstmuseum Albstadt nun das gesamte bisherige druckgrafische Werk der auf dem Fehlochhof bei Meßstetten lebenden Künstlerin.

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