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Kunstmuseum der Stadt Albstadt - Vorschau
Kunstmuseum der Stadt Albstadt - Vorschau


Anja Luithle, Die Kreisläuferin, 2022, kinetische Außenplastik, © VG Bild-Kunst, Bonn 2023,
Foto: Niels P. Carstensen

Anja Luithle – Die Kreisläuferin
26. Februar bis 21. Mai 2023

>> Faltblatt zur Ausstellung inkl. Programm und Einladung zur Vernissage

Seit November 2022 schmückt die Kreisläuferin von Anja Luithle (*1968) die Neue Mitte in Albstadt-Tailfingen. Die kinetische Außenplastik lässt sich durch eine einfache Drehbewegung in Rotation versetzen. Angelockt von der signalroten Farbe des eleganten Abendkleides, werden die Besucherinnen und Besucher des Platzes dazu animiert, die schwebende Figur durch die Luft tanzen zu lassen. Gleichzeitig erinnert das Kleidungsstück, welches einen unsichtbaren Körper umhüllt, an die Geschichte und Tradition der örtlichen Textilindustrie. Die Ausstellung im Kunstmuseum Albstadt verortet die Kreisläuferin im Kontext des künstlerischen Œuvres von Anja Luithle. Fotografien und ein Modell illustrieren den Entstehungsprozess und geben Einblicke in die Arbeitsweise der Künstlerin.

Daneben präsentiert die Schau kleinplastische Figuren aus der Reihe daily exercises (seit 2019), eine überlebensgroße, von der Decke hängende Installation sowie Drucke aus der Folge Wertpapiere (seit 2010). Der textile Bezug, der sich wie der sprichwörtliche rote Faden durch Anja Luithles Arbeiten zieht, findet sich auch in ihren neuesten Werken: Ausgangspunkt für die experimentellen Linolschnitte sind kunstvoll drapierte Stoffe, welche die Künstlerin fotografiert und dann in die Druckplatte schneidet. Gedruckt wird in mehreren Schichten auf verstärkten Baumwollstoff, wodurch eine räumliche Wirkung entsteht.


Kunstschätze – Die Sammlungen
Frühjahr 2023 (Start abhängig von der Baumaßnahme)

Die Dauerausstellung schöpft aus den umfangreichen Sammlungen des Kunstmuseums Albstadt und führt stolz vor Augen, was diese reichen Kunstschätze einzigartig und erlebenswert macht. Junge und junggebliebene Menschen können die Schau mit einer Rallye erkunden, die niedrigschwellig und unterhaltsam an die Kunst heranführt. Es gibt Führungstermine für Erwachsene und spannende Angebote für Kitas und Schulen.

Das Kunstmuseum Albstadt ist spezialisiert auf moderne und zeitgenössische Kunst auf Papier (ca. 25.000 Blatt), hütet einen Bestand an Gemälden (über 400 Bilder) und besitzt einige plastische Arbeiten. Die Dauerausstellung erfreut mit bekannten „Lieblingen“ und überrascht zugleich mit Entdeckungen und Neuerwerbungen.

In der Schau Kunstschätze sind die zwei Grundpfeiler der Grafischen Sammlung mit eigenen Kapiteln vertreten: Die Stiftung Sammlung Walther Groz (ca. 5.000 Blatt) macht die Entwicklung der Kunst seit dem Expressionismus in Zeichnungen und Druckgrafik erlebbar. Der Schwerpunkt liegt auf der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Hieran knüpft die Sammlung Gerhard und Brigitte Hartmann (über 4.500 Blatt) an, welche im Medium der Druckgrafik die Kunstströmungen seit der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart widerspiegelt.

Von Otto Dix (1891–1969) bewahrt das Museum eine der weltgrößten Sammlungen von Kunstwerken auf Papier (über 400 Blatt). Aus diesem kostbarsten Besitz sind in der Schau neben schonungslosen Schilderungen des Ersten Weltkrieges und der Gesellschaft in der Weimarer Republik auch großformatige Handzeichnungen mit Porträts, Aktszenen und religiösen Themen zu sehen. Zu den Albstädter Kunstschätzen gehört die Malerei, Zeichnung und Druckgrafik des aus Ebingen stammenden Freilichtmalers und Impressionisten Christian Landenberger (1862–1927). Das Museum hütet die größte existierende Landenberger-Sammlung (ca. 440 Werke). Felix Hollenberg (1868–1945) gilt als Pionier der Landschafts- und Original-Radierung. Seltene Zustandsdrucke und Druckplatten aus seinem umfangreichen Archivs (ca. 1.000 Werke) vermitteln einen Eindruck seines Schaffens.

Aus der Spezialsammlung zum Landschaftsbild der Schwäbischen Alb ist eine herausragende Selektion vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart zu sehen, beispielsweise historische Stiche, naturalistische Ölbilder und moderne Abstraktionen. Mit den Gemälden und Zeichnungen aus der Schenkung Karl Hurm (1930–2019) hat auch die Naive Kunst einen festen Platz im Bestand. Die Werke wurden durch die Freunde Kunstmuseum Albstadt e.V. an das Museum vermittelt. Der Förderverein lässt seit Jahrzehnten die Kunstschätze mit großzügigen Schenkungen wachsen und tritt damit ebenfalls deutlich in der Ausstellung in Erscheinung.

Zur Barrierefreiheit: Die Schau erstreckt sich über zwei Ebenen. Das dritte Geschoss ist mit dem Fahrstuhl erreichbar. Von hier aus führt eine Treppe ins vierte Geschoss.

Abbildungen: Christian Landenberger, Selbstbildnis, um 1910/12, Öl auf Malkarton auf Malpappe aufgezogen, Geschenk der Freunde Kunstmuseum Albstadt e.V., Foto: Niels P. Carstensen; Ida Kerkovius, Alblandschaft (Mond über dem Lautertal), 1951, Pastell; Otto Dix, Ellis, 1922, Aquarell und Deckfarbe, Stiftung Sammlung Walther Groz, © VG Bild-Kunst, Bonn 2022, Fotos: Kunstmuseum Albstadt.



Otto Dix, Lustmord, Blatt 2 aus der Mappe Tod und Auferstehung, 1922, Kaltnadelradierung, Stiftung Sammlung Walther Groz, © VG Bild-Kunst, Bonn 2023, Foto: Kunstmuseum Albstadt

Sex & Gewalt – Tödliches Begehren in der Kunst
Spätsommer 2023 (Start abhängig von der Baumaßnahme)

Im Jahr 1888 wurde Londons East End von einer Serie abscheulicher Verbrechen heimgesucht. Die Opfer waren meist junge Prostituierte. Der Täter hatte ihnen die Kehlen aufgeschlitzt und ihren Körpern mit chirurgischer Präzision Organe entnommen. Die Öffentlichkeit war schockiert über die Brutalität dieser Taten und die Machtlosigkeit der Polizei, den Täter zu identifizieren. Stattdessen erhielt er das Pseudonym Jack the Ripper und entfachte ein öffentliches Interesse, wie kein Verbrecher vor ihm. Der Mythos des Lustmörders war geboren, übte fortan eine große Faszination auf die Menschen und die Medien aus und wurde im frühen 20. Jahrhundert zu einem beliebten Thema der Avantgarde-Kunst.

Die Gegenpole von Begehren und Abscheu, von Sex und Gewalt, von Liebe und Tod bewegen die Menschheit seit Anbeginn der Zeit. Sie haben ihre Spuren in den in antiken Mythen, in religiösen Legenden und in der Geschichtsschreibung hinterlassen. Die Kunst spiegelt dieses Phänomen, entwickelt eigene Ikonografien und neue Bildtraditionen. Damit nehmen die Kunstschaffenden selbst Einfluss auf die gesellschaftliche Wahrnehmung von Sex und Gewalt in ihrer Gegenwart und prägen unseren heutigen Blick auf die Vergangenheit.

Die Ausstellung Sex und Gewalt – Tödliches Begehren in der Kunst setzt sich mit den dunkelsten Seiten von Begierde und Leidenschaft auseinander: von Salome und Johannes dem Täufer über die Hexenverfolgung im Mittelalter und die Prostitution bis zur Sensibilisierung für sexualisierte Gewalt in der zeitgenössischen Kunst.

 


Anja Luithle, Die Kreisläuferin, 2022, kinetische Außenplastik, © VG Bild-Kunst, Bonn 2023, Foto: Niels P. Carstensen

Anja Luithle – Die Kreisläuferin
26. Februar bis 21. Mai 2023

>> Faltblatt zur Ausstellung inkl. Programm und Einladung zur Vernissage

Seit November 2022 schmückt die Kreisläuferin von Anja Luithle (*1968) die Neue Mitte in Albstadt-Tailfingen. Die kinetische Außenplastik lässt sich durch eine einfache Drehbewegung in Rotation versetzen. Angelockt von der signalroten Farbe des eleganten Abendkleides, werden die Besucherinnen und Besucher des Platzes dazu animiert, die schwebende Figur durch die Luft tanzen zu lassen. Gleichzeitig erinnert das Kleidungsstück, welches einen unsichtbaren Körper umhüllt, an die Geschichte und Tradition der örtlichen Textilindustrie. Die Ausstellung im Kunstmuseum Albstadt verortet die Kreisläuferin im Kontext des künstlerischen Œuvres von Anja Luithle. Fotografien und ein Modell illustrieren den Entstehungsprozess und geben Einblicke in die Arbeitsweise der Künstlerin.

Daneben präsentiert die Schau kleinplastische Figuren aus der Reihe daily exercises (seit 2019), eine überlebensgroße, von der Decke hängende Installation sowie Drucke aus der Folge Wertpapiere (seit 2010). Der textile Bezug, der sich wie der sprichwörtliche rote Faden durch Anja Luithles Arbeiten zieht, findet sich auch in ihren neuesten Werken: Ausgangspunkt für die experimentellen Linolschnitte sind kunstvoll drapierte Stoffe, welche die Künstlerin fotografiert und dann in die Druckplatte schneidet. Gedruckt wird in mehreren Schichten auf verstärkten Baumwollstoff, wodurch eine räumliche Wirkung entsteht.


Kunstschätze – Die Sammlungen
Frühjahr 2023 (Start abhängig von der Baumaßnahme)

Die Dauerausstellung schöpft aus den umfangreichen Sammlungen des Kunstmuseums Albstadt und führt stolz vor Augen, was diese reichen Kunstschätze einzigartig und erlebenswert macht. Junge und junggebliebene Menschen können die Schau mit einer Rallye erkunden, die niedrigschwellig und unterhaltsam an die Kunst heranführt. Es gibt Führungstermine für Erwachsene und spannende Angebote für Kitas und Schulen.

Das Kunstmuseum Albstadt ist spezialisiert auf moderne und zeitgenössische Kunst auf Papier (ca. 25.000 Blatt), hütet einen Bestand an Gemälden (über 400 Bilder) und besitzt einige plastische Arbeiten. Die Dauerausstellung erfreut mit bekannten „Lieblingen“ und überrascht zugleich mit Entdeckungen und Neuerwerbungen.

In der Schau Kunstschätze sind die zwei Grundpfeiler der Grafischen Sammlung mit eigenen Kapiteln vertreten: Die Stiftung Sammlung Walther Groz (ca. 5.000 Blatt) macht die Entwicklung der Kunst seit dem Expressionismus in Zeichnungen und Druckgrafik erlebbar. Der Schwerpunkt liegt auf der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Hieran knüpft die Sammlung Gerhard und Brigitte Hartmann (über 4.500 Blatt) an, welche im Medium der Druckgrafik die Kunstströmungen seit der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart widerspiegelt.

Von Otto Dix (1891–1969) bewahrt das Museum eine der weltgrößten Sammlungen von Kunstwerken auf Papier (über 400 Blatt). Aus diesem kostbarsten Besitz sind in der Schau neben schonungslosen Schilderungen des Ersten Weltkrieges und der Gesellschaft in der Weimarer Republik auch großformatige Handzeichnungen mit Porträts, Aktszenen und religiösen Themen zu sehen. Zu den Albstädter Kunstschätzen gehört die Malerei, Zeichnung und Druckgrafik des aus Ebingen stammenden Freilichtmalers und Impressionisten Christian Landenberger (1862–1927). Das Museum hütet die größte existierende Landenberger-Sammlung (ca. 440 Werke). Felix Hollenberg (1868–1945) gilt als Pionier der Landschafts- und Original-Radierung. Seltene Zustandsdrucke und Druckplatten aus seinem umfangreichen Archivs (ca. 1.000 Werke) vermitteln einen Eindruck seines Schaffens.

Aus der Spezialsammlung zum Landschaftsbild der Schwäbischen Alb ist eine herausragende Selektion vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart zu sehen, beispielsweise historische Stiche, naturalistische Ölbilder und moderne Abstraktionen. Mit den Gemälden und Zeichnungen aus der Schenkung Karl Hurm (1930–2019) hat auch die Naive Kunst einen festen Platz im Bestand. Die Werke wurden durch die Freunde Kunstmuseum Albstadt e.V. an das Museum vermittelt. Der Förderverein lässt seit Jahrzehnten die Kunstschätze mit großzügigen Schenkungen wachsen und tritt damit ebenfalls deutlich in der Ausstellung in Erscheinung.

Zur Barrierefreiheit: Die Schau erstreckt sich über zwei Ebenen. Das dritte Geschoss ist mit dem Fahrstuhl erreichbar. Von hier aus führt eine Treppe ins vierte Geschoss.

Abbildungen: Christian Landenberger, Selbstbildnis, um 1910/12, Öl auf Malkarton auf Malpappe aufgezogen, Geschenk der Freunde Kunstmuseum Albstadt e.V., Foto: Niels P. Carstensen; Ida Kerkovius, Alblandschaft (Mond über dem Lautertal), 1951, Pastell; Otto Dix, Ellis, 1922, Aquarell und Deckfarbe, Stiftung Sammlung Walther Groz, © VG Bild-Kunst, Bonn 2022, Fotos: Kunstmuseum Albstadt.

Otto Dix, Lustmord, Blatt 2 aus der Mappe Tod und Auferstehung, 1922, Kaltnadelradierung, Stiftung Sammlung Walther Groz, © VG Bild-Kunst, Bonn 2023, Foto: Kunstmuseum Albstadt


Sex & Gewalt – Tödliches Begehren in der Kunst
Spätsommer 2023 (Start abhängig von der Baumaßnahme)

Im Jahr 1888 wurde Londons East End von einer Serie abscheulicher Verbrechen heimgesucht. Die Opfer waren meist junge Prostituierte. Der Täter hatte ihnen die Kehlen aufgeschlitzt und ihren Körpern mit chirurgischer Präzision Organe entnommen. Die Öffentlichkeit war schockiert über die Brutalität dieser Taten und die Machtlosigkeit der Polizei, den Täter zu identifizieren. Stattdessen erhielt er das Pseudonym Jack the Ripper und entfachte ein öffentliches Interesse, wie kein Verbrecher vor ihm. Der Mythos des Lustmörders war geboren, übte fortan eine große Faszination auf die Menschen und die Medien aus und wurde im frühen 20. Jahrhundert zu einem beliebten Thema der Avantgarde-Kunst.

Die Gegenpole von Begehren und Abscheu, von Sex und Gewalt, von Liebe und Tod bewegen die Menschheit seit Anbeginn der Zeit. Sie haben ihre Spuren in den in antiken Mythen, in religiösen Legenden und in der Geschichtsschreibung hinterlassen. Die Kunst spiegelt dieses Phänomen, entwickelt eigene Ikonografien und neue Bildtraditionen. Damit nehmen die Kunstschaffenden selbst Einfluss auf die gesellschaftliche Wahrnehmung von Sex und Gewalt in ihrer Gegenwart und prägen unseren heutigen Blick auf die Vergangenheit.

Die Ausstellung Sex und Gewalt – Tödliches Begehren in der Kunst setzt sich mit den dunkelsten Seiten von Begierde und Leidenschaft auseinander: von Salome und Johannes dem Täufer über die Hexenverfolgung im Mittelalter und die Prostitution bis zur Sensibilisierung für sexualisierte Gewalt in der zeitgenössischen Kunst.