Atemschutzausbildungs Zentrum - Beschreibung der Strecke

Gliederung der Atemschutzübungsanlage

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Entsprechend DIN 14093 Teil 1 gliedert sich eine Übungsanlage
in Arbeitsraum, Übungsraum, Schleuse, Leitstand und ggf.
in besondere Räumlichkeiten.

Die Atemschutzübungsanlage der Stadt Albstadt ist wie folgt
eingeteilt: Vorbereitungsraum, Arbeitsraum, Schleuse, Maskenprüfraum,
Übungsstrecke, Industrieanlage, Tankanlage und Überwachungszentrale mit Leitstand.

Im Vorbereitungsraum sind die Pressluftatmer, die für die Aus- und Fortbildung verwendet werden, untergebracht. Hier erfolgt auch ein Teil der praktischen Ausbildung, wie z.B. die Einweisung in das Gerät, das Auf- und Absetzen, die Handhabung der Atemschutzmaske und deren Dichtprobe, der Flaschenwechsel, die Einsatzkurzprüfung und andere praktische Kurzunterweisungen.

Der Arbeitsraum dient der Ermittlung des Verhaltens des Atemschutzgeräteträgers unter definierten Bedingungen und der körperlichen Belastung. Dazu dienen ein Schlaggeräte sowie zwei Armergometer zum gezielten Training der verschiedenen Muskelbereiche des Oberkörpers, des Weiteren sind zwei Endlosleitern als Arbeitsmessgeräte verbaut.

Das Schlaggerät (Hammer) ist ebenfalls ein Arbeitsmessgerät. Ein Gewicht (24 kg) mit Seil und Griffstange wird über eine Umlenkrolle mehrfach bis zum oberen Anschlag hochgezogen und wieder abgesenkt. Der Steuerteil mit elektronischem Vorwahlzähler für die Eingabe des Sollwertes sowie die Anzahl der gemachten Hübe befindet sich im Steuerpult des Leitstandes. Durch drehen der Armergometer mit beiden Händen ist ein voreingestellter Wert in Watt zu erreichen. Beim Betreten der Endlosleiter wird eine endlose Sprossenkette durch Gewichtsbelastung abwärts bewegt. Die Steiggeschwindigkeit kann im Bereich von 3 bis 25 m/min eingestellt werden. Sicherheitseinrichtungen wie Sanftanlauf, Abschaltautomatic, Freilauf und Fingerschutz sind eingebaute Sicherheitselemente. Die elektronische Steuereinrichtung befindet sich im Leitstand (Überwachungszentrale). Die Erfüllungs- der Übungsaufgaben am Schlaggerät und an der Endlosleiter werden akustisch angezeigt, an den Armergometer wir dieses durch eine Ampelschaltung Rot- Grün angezeigt.

Die Überwachung des Arbeitsraumes erfolgt durch eine Tageslichtkamera mit Übertragung auf einen Monitor im Steuerpult. Verständigungsmöglichkeit besteht über eine Gegensprechanlage. Die Kamera ist so schwenkbar, das der gesamte Arbeitsraum überwacht werden kann. Durch die Schleuse können der Übungsraum und der Maskenprüfraum betreten oder verlassen werden, ohne Rauch und Reizstoffe zu verschleppen. Die Schleuse wird durch Luftabsaugung mit Zeitrelais entlüftet.

Für die Übung im Maskenprüfraum wird dieser mit Reizstoff (auf rein pflanzlicher Basis) beaufschlagt. Der Lehrgangsteilnehmer betätigt das Schlaggerät, führt besondere Kopf- und Halsbewegungen durch und betreibt andere körperliche Bewegungen unter der Wirkung des Reizstoffes. Hierbei kann festgestellt werden, ob der Träger seine Maske richtig festgezogen hat, so dass keine Reizstoffe in die Maske gelangen. Die Übung ist zeitlich auf 5 Minuten festgesetzt. Gasdichte Fenster und Türen verhindern das Überströmen von Reizstoffen in die Leitzentrale, bzw. in die Schleuse. Für den Schadensfall ist eine schnelle Entlüftung des Maskenprüfraumes über eine Umwälzanlage möglich.

Die Übungsstrecke besteht aus der Orientierungsstrecke, der Industrieanlage und der Tankanlage. Für die Erstausbildung der Träger wird in der Regel nur die Orientierungsstrecke verwendet. In der Orientierungsstrecke soll Orientieren, Bewegen und einsatzmäßiges Verhalten geübt werden. Die Strecke besteht aus je 27 Meter Lauf- und Kriechstrecke. Das System besteht aus senkrechten Säulen mit Gitterflächen auf einem Raster von 1000 x 1000 mm. Jede Bodenplatte ist mit Trittkontakten ausgerüstet und zeigt so den Standort des Übenden auf einem Leucht-Tableau im Steuerpult an. Eine Änderung des Streckenverlaufes ist durch Umstellen der Gitterelemente möglich.
Zu den Hinderniselementen der Strecke gehören Kriechrohr, Mannloch (senkrecht) und Durchstiege mit Deckeln. Die Hitzezone ermöglicht örtlich durch Infrarot-Dunkelstrahler eine Erhöhung der Raumtemperatur (Brandherd).

Zur Kontrolle der Raumtemperatur, bzw. der Temperatur der Hitzezone dient eine Temperatur-Fernmessanlage mit digitaler Anzeige im Steuerpult der Zentrale. Sollten die Übenden bei Dunkelheit oder Vernebelung die Orientierung verlieren, so kann der Übungsleiter kurzzeitig eine der Orientierungsleuchten einschalten und so einen Hinweis auf die einzuschlagende Richtung geben.

Über CD-Radio und Lautsprecher können vom Steuerpult aus Geräusche eingespielt werden. Mit Hilfe einer Strahlergruppe lässt sich ein Feuerschein simulieren, der über Lichtorgelbausteine gesteuert wird. Mit einer Nebelmaschine kann Brandrauch simuliert werden, so wie er sich im Ernstfall ebenfalls darstellt. Die Intensität des Nebels richtet sich nach der Zeit des Ausstoßes der Nebelmaschine. Die Bedienung der Nebelmaschine erfolgt vom Steuerpult aus. Die Infrarot-Kamera im Übungsraum dient der Überwachung der Übenden in der verdunkelten Strecke. Die Übertragung erfolgt auf einen Monitor des Steuerpultes. Bei Vernebelung der Übungsstrecke erfolgt eine Überwachung durch 2-m-Sprechfunkverkehr. Für Rettungsmaßnahmen sind Notschalter in der Übungsstrecke angebracht. Bei Betätigung erfolgt ein Alarmsignal in der Zentrale. Über einen Notschalter wird von hier aus die vernebelte Strecke mit 60-facher Umwälzung abgesaugt. Die maximale Rettungsweglänge beträgt 2 Meter.

Die Industrie-Übungsanlage besteht aus einem schrägen Arbeitstunnel, Rohrleitung für Druckluft und zwei Flanschen und einem Schieber. Die Rohrleitung kann von der Zentrale aus mit Druckluft gefüllt werden. Die Anlage dient zur Durchführung von Montagearbeiten unter räumlich beengten Bedingungen (Fortbildungsmaßnahmen). In der Tankübungsanlage werden das Arbeiten und der Rettungseinsatz für die Rettung, bzw. Bergung von Personen aus Tanks, Behältern und engen Schächten geübt. Der Tank hat einen runden Querschnitt. Schwallwände trennen den Tank in drei Abschnitte. Über eine fest installierte Leiter kann die Arbeitsplattform erreicht werden. Gegen Herabstürzen der Übenden dient ein Schutzgeländer. Zwei Öffnungen mit Deckel (Domschacht) dienen dem Ein- bzw. Ausstieg, der über eine eingehängte Leiter erfolgt. Ein Gitterfenster dient als Überwachungs-, bzw. Rettungsöffnung.

Hauptbestandteil der Überwachungszentrale ist das Steuerpult. Während des Ausbildungsbetriebes in der Übungsanlage ist die Zentrale ständig mit einer Person besetzt. Die Überwachung erfolgt über Monitore oder durch Sprechfunkverkehr sowie der eingebauten technischen Einrichtungen. Im Steuerpult sind installiert: Hauptschalter für Stromversorgung, Notschalter für Entlüftung, Telefon, Gegensprechanlage. Trittkontakt-Tableau, Lampenprüfschaltung, Kamerasteuerung und alle Überwachungseinheiten für Arbeitsraum und Übungsstrecke.

Sicherheit auf der Übungsstrecke: Als erste Feuerwehr in Deutschland beschaffte die Feuerwehr Albstadt unter Stadtbrandmeister Michael Adam eine Reanimationshilfe animax. Durch die Übergabe eines automatisierten externen Defibrillators durch das Innenministerium Baden-Württemberg und der Unfallkasse kann hier bei einem medizinischen Notfall schnell und professionell für die Zukunft Hilfe geleistet werden.