Presseartikel zum Altenprojekt „Miteinander = Füreinander“

Lebensformen werden durch eine sich verändernde Gesellschaft beeinflusst, dazu kommt der demografische Wandel, mit einem größer werdenden Anteil älterer Mitmenschen.

Für viele von ihnen wird die Bewältigung des dritten Lebensabschnitts früher oder später zu einer Herausforderung. Dabei sind es oft die kleinen Dinge, die das Leben beschwerlicher werden lassen und am Ende wirtschaftliche, gesundheitliche oder pflegerische Aspekte das weitere Wohnen in gewohnter Umgebung nicht mehr zulassen.

Wer aber möchte nicht so lange wie möglich, selbstbestimmt zu Hause leben?

Hier setzt das seit Frühjahr 2008 bestehende Altenprojekt „Miteinander = Füreinander“ der Stadtverwaltung Albstadt an.

„Tun statt ruhn“ titelt die Broschüre, in der die wichtigsten Eckpunkte des Projekts zusammengefasst sind.

Ältere Menschen, die alleinstehend oder krankheitsbedingt Unterstützung benötigen, werden mit Menschen zusammengebracht, die im Rahmen der Nächstenliebe Hilfe leisten wollen.

Nächstenliebe ist in unserem Wertesystem eine der fundamentalen Säulen sozialen Verhaltens.

Es ist die Bereitschaft einer oder mehrerer Personen, aus einem sozialen oder religiösen Verhältnis der Nähe und Verständnis für die Bedürftigkeit anderer Menschen, selbstlos zu handeln.

Da die Albstädter für ihr soziales Engagement bekannt sind, gelang es der Stadtverwaltung binnen Wochen eine muntere Schar von Helferinnen und Helfernfür die gute Idee zu gewinnen.

Dachten die zuständigen Sachbearbeiterinnen am Anfang noch an eine hohe Nachfrage nach Dienstleistungen, stellte sich allerdings schnell heraus, dass der soziale Kontakt und Austausch am stärksten nachgefragt wurde.

Wir sind soziale Wesen, die Kontakte und den Austausch mit seinen Mitmenschen brauchen.

Wenn der Austausch fehlt und eigene Lebensgestaltung nicht mehr ohne Hilfe funktioniert, vollziehen sich Alterungsprozesse schneller und die Abschottung gegenüber Nachbarn, Freunden und Familie

beginnt schleichend und unaufhaltsam.

Dem gilt es entgegenzuwirken.

In den fünf Jahren des Projekts gelang es den Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung viele ältere Menschen auf unterschiedlichste Art und Weise zu unterstützen, sie aus der Isolation herauszuholen und in die Gemeinschaft zurückzuführen, durch kleine Unterstützungen im Haushalt oder ähnliche Dienstleistungen ihren Aufenthalt in den eigenen vier Wänden zu verlängern.

In Spitzenzeiten engagierten sich über dreißig ehrenamtlich tätige Personen in dieser Initiative.

Dabei bestimmen die Ehrenamtlichen in welchem Umfang, in welcher Intensität und in welchen Bereichen sie sich engagieren wollen.

Die Aufgabe der Mitarbeiterinnen der Stadt ist es, den bedürftigen Gegenpart zu finden und zu vermitteln. Dabei wird streng darauf geachtet, dass mit der gewünschten Hilfeleistung keine Konkurrenz zu professionellen Diensten oder Handwerkern entstehen, bzw. sich der Hilfesuchende, die Leistung nicht auf dem freien Markt einkaufen kann, weil die Rente zum Beispiel für Medikamente oder professionelle Pflege verwendet werden muss.

Nur die sozialen Kontakte stehen allen älteren Menschen unabhängig des Einkommens offen.

Im Laufe der fünfjährigen Geschichte wurde durch Sommerfeste und Weihnachtsfeiern auch der Kontakt untereinander gestärkt und – da, wo erforderlich – ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer durch Fortbildungen das nötige Rüstzeug für ihre Tätigkeit verschafft.

Seit drei Monaten ist die Zuständigkeit für das Projekt neu geregelt. Es ist der Wunsch der Stadtverwaltung das Projekt fortzuführen und weiter auszubauen. Dafür benötigt sie weitere Helferinnen und Helfer, die sich selbstlos der Sache zur Verfügung stellen wollen.

Aber, sie sucht auch Bürgerinnen und Bürger, die eine Not sehen und gern das Angebot des Altenprojekts in Anspruch nehmen möchten.

Jeder, der sich angesprochen fühlt, unabhängig ob er Hilfe leisten oder empfangen möchte, kann sich bei Frau Elke Bitzer (Telefon: 07431 – 1602505) oder Andreas Ilch (Telefon (07431 – 1602510) von der Stadtverwaltung melden. Dort werden weitere Informationen über Einsatzmöglichkeiten, Hilfeleistungen, Aufwandsentschädigungen vermittelt.