Albstadt - Städtische Galerie - Vergangene Sonderausstellungen
Gussmann - Lange - Dix
Albstadts Dresdner Kunst.
25. Juni – 8. Oktober 2006


Otto Gussmann: Flora, 1926,
Farblithographie

 

Die Städtische Galerie Albstadt nimmt das 800-jährige Dresden Jubiläum 2006 zum Anlass, mit einer Ausstellungsreihe zu beginnen, die in loser zeitlicher Folge Highlights neuerer Dresdner Kunst, vom Ende des 19. Jahrhunderts bis hin zur Gegenwart, vorstellen wird. Albstadts graphische Bestände sind dafür besonders prädestiniert, umfassen sie doch die umfangreichste Sammlung Dresdner Kunst außerhalb der sächsischen Metropole.
Die erste Sonderausstellung der Reihe widmet sich mit drei Künstlern, deren Schaffen einerseits eng mit Dresden verbunden ist und sich andererseits in den Albstädter Sammlungsbeständen besonders umfangreich widerspiegelt: Otto Gussmann (1869-1926) und seinen beiden Schülern Otto Lange (1879-1944) und Otto Dix (1891-1969).

Otto Gussmann:Diana im Wald,
um 1917, Öl auf Leinwand

 

Der Schwabe Otto Gussmann wirkte als Professor an der Königlichen Akademie für Bildende Künste in Dresden. Während seiner künstlerischen Tätigkeit entwickelte er sich zu einem Virtuosen der dekorativen Malerei und architekturgebundenen Flächenkunst. Er gilt als einer der führenden Meister des Dresdner Jugendstils. Als Hochschullehrer war er offen gegenüber neuen künstlerischen Tendenzen und sogar passives Mitglied der „Brücke“.
Die Ausstellung bietet dem Besucher eine abwechslungsreiche Auswahl seiner Werke: Gemälde, Zeichnungen, Farblithographien und einige Entwürfe zu Architekturmalereien.

Wie sein Lehrer, durchlief auch Otto Lange zunächst eine praktische Lehre als Dekorationsmaler. Über den Besuch der Kunst-gewerbeschule in Dresden führte ihn der Weg hin zur Königlich Sächsischen Akademie. Ehe Lange 1925 akademischer Lehrer an der Staatlichen Kunstschule für Textilindustrie in Plauen im Sächsischen Vogtland wurde, war er gemeinsam mit Otto Dix Mitglied der Dresdner Sezession Gruppe 1919. Während seiner Professur für farbige Textilgestaltung entwickelte sich das Plauener Institut zu einem der führenden seiner Art in ganz Deutschland.
Otto Langes Schaffen wird jedoch im Wesentlichen von der Kunst des expressionistischen Holzschnitts im Stile der „Brücke“ geprägt. Eine schöne Auswahl davon kann in der Ausstellung bewundert werden. Neben Aquarellen und Radierungen, werden als „Lange-Spezial“ auch einige Entwürfe zu fertigungstechnisch-theoretischen Schautafeln aus Privatbesitz gezeigt, die der Künstler für die Plauener Kunstschule entworfen hat.

 
Otto Lange: Akt auf einem Stuhl (grüner Akt), 1917, Farbholzschnitt


Otto Dix: Der Maler Willy Kriegel mit dem Porträt seiner Frau, 1932, Kohle, Rötel, mit Deckfarbe weiß gehöht

 

Otto Dix ist ohne Zweifel der bedeutendste Künstler unseres Trios, dessen Wirkungskraft weit über die Grenzen Deutschlands hinausreicht. Die Albstädter Dix-Sammlung mit mehr als 450 Arbeiten ist mittlerweile international bekannt, stellt sie doch den größten graphischen Bestand weltweit dar.
Nach dem Studium an der Dresdner Kunstgewerbeschule und der Teilnahme am Ersten Weltkrieg, besuchte Dix ab 1919 die Kunstakademie Dresden, wurde Meisterschüler bei Otto Gussmann und 1927 dessen Nachfolger als Professor. Nachdem ihn die Nazis 1933 von seinem Lehramt enthoben hatten, zog er sich nach Randegg und später nach Hemmenhofen zurück. Dix blieb Dresden jedoch zeitlebens verbunden und war nach dem Zweiten Weltkrieg regelmäßig Gast an der dortigen Kunstakademie, wo er viele seiner späten Lithographien druckte.
Dix’ Kunst hat viele Gesichter: Krieg, Sexualität, Geburt und Tod sind sicherlich einige der elementarsten Themen. Es handelt sich um faszinierende Werke, die sowohl der Gesellschaft als auch Dix’ eigener Identität bisweilen einen ungeschönten und hart konturierenden Spiegel vorhalten.


Diesem Profil folgt auch aus Konzept der Ausstellung, denn gerade in Dix’ Dresdner Zeiten entwickelten sich elementare Züge seiner Kunst. Hier kann die Galerie Albstadt natürlich aus ihren umfangreichen graphischen Beständen schöpfen: Schwangere, Dirnen, Szenen von Kampf und Tod, aber auch von Kindern und Hoffnung. Es sind elementare Zuspitzungen der Lebenswirklichkeiten, die Dix gerade in seiner frühen Zeit unter dem Eindruck der Schriften

Friedrich Nietzsches zu Papier gebracht hat.

Als besonders Bonbon erwartet den Kunstfreund unser „Dix-Spezial“ – eine kleine aber feine Auswahl von Gemälden des Meisters, die thematisch den graphischen Werken folgt. Dafür konnten einige bedeutende Leihgeber gewonnen werden. Dazu gesellt sich eine weitere Überraschung: Glasfenster, entworfen von Otto Dix.

 
Otto Dix: Kauernde 1913,Tusche
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