Albstadt - Maschenmuseeum - vergangene Ausstellungen
"...und immer wieder lockt das Mieder!“
12.12.2008 – 26.07.2009
Sie sind das Geheimnis so manch modischer Silhouette, sie leisten wertvolle Dienste im Sinne der Schönheit und sind nicht zuletzt hilfreiche, stützende Diener bei gesundheitlichen Beschwerden: Die Produkte der Miederindustrie. Dabei reichen die Wurzeln ihrer Entstehungsgeschichte fast bis in die Antike zurück. Angeblich sollen bereits die Römerinnen zum Sport eine Art Brustband („Strophion“) getragen haben.

Doch vor allem die Mode des 19. Jahrhunderts ist ohne Mieder und Korsetts kaum vorstellbar: Da wurde für eine „schmale Taille“ genestelt, gedrückt und gezogen – nicht selten so sehr, dass sich die Rippen der solcherart „Geschnürten“ bogen. Kein Wunder, dass Ärzte, Hygieniker und Frauenrechtlerinnen der Miedermode den Kampf ansagten. Eine grundlegende Reformierung der Frauenkleidung wurde deshalb um die Jahrhundertwende (1900) versucht – mit mäßigem Erfolg. Im Lauf des 20. Jahrhunderts vertraute nach wie vor ein Großteil der Frauen der formenden Wirkung von Miederwaren. Weder die Emanzipationsbewegungen der 1920er noch der 1970er Jahre konnten der Beliebtheit dieser künstlichen Formgeber bleibenden Schaden zufügen. Im Gegenteil: Die Produktpalette der Miederindustrie wurde – auf unterschiedlichste Bedürfnisse zugeschnitten – inzwischen beträchtlich erweitert. „Miederoptik“ und Korsetts liegen in der aktuellen Modewelt voll im Trend.

„Immer wieder lockt das Mieder“, ein schillerndes Thema, das im Maschenmuseum Albstadt ebenso phantasievoll wie facettenreich präsentiert wird. So werden neben der Geschichte des Mieders im 20. Jahrhundert unter anderem Themen wie „Die Geschichte des BH` s“, „Das Mieder für den Mann“, „Kindermieder“ oder das „Mieder auf dem Lande“ gezeigt und nicht zuletzt natürlich das Korsett in seiner magisch-erotischen Wirkung beleuchtet. Exotische Korsagen aus Recycling-Materialien, gefertigt von Studentinnen der Privaten Modeschule Albstadt sowie Taschen im Mieder-Design von Tanja Much, runden die faszinierende Schau ab.

 

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