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Vergangene Sonderausstellungen
Woldemar Winkler – Kostenlose Wunder
27. Juni – 19. September 2010

Ohne Titel
(Kind mit Trompete und Schaukelpferd),
1923, Öl, Tempera auf Sperrholz
Woldemar Winkler (1902-2004) zählt zu den bedeutendsten Vertretern surrealistischer Kunst in Deutschland.
In Mügeln bei Dresden geboren, fanden seine ersten künstlerischen Schritte in den 1920er Jahren in einem avantgardistischen Umfeld statt, geprägt von den Künstlern der Brücke und der Dresdner Sezession 1919. Allerdings entwickelte Winkler aus dieser Auseinandersetzung einen ganz eigenen, persönlichen Stil. Ironisch, spielerisch und verstörend zugleich erforscht er in seiner Arbeit, noch vor den französischen Surrealisten, die andere Seite der menschlichen Existenz. Mit der Verwendung aufgefundener Materialien, sogenannter „objets trouvés“, entwickelte Winkler eine Bildsprache, in deren Mittelpunkt, entgegen aller Rationalitätsprinzipien der Welt, der Zufall, der Traum, das Magische und das Unbewusste stand.

Über die Dauer von acht Jahrzehnten künstlerischen Schaffens hinweg hat sich Winkler in seinen Bildwelten immer wieder auf Anregungen und internationale Einflüsse von Zeitgenossen, wie z.B. Max Ernst, Salvador Dalí, Paul Klee


Woldemar Winkler erlebte ab 1921 während seines Studiums an der Kunstgewerbeschule in Dresden einen erneuten Aufbruch der künstlerischen Jugend im Zeichen des Expressionismus und traf auf Künstler wie Otto Dix und Oskar Kokoschka. 1949 – sein Atelier in Dresden war 1945 zerstört worden – ließ sich Winkler nach seiner Rückkehr Kriegsgefangenschaft mit seiner Frau, der
Handwebemeisterin Margret Horstkotte, im ostwestfälischen Gütersloh nieder, wo er nach einem reichen Künstlerleben, das über 8 Jahrzehnte umspannt, im Alter von 102 Jahren starb.
Des Mondes Lichtlatern umschwirren Geister gar zu gern, 1995 (Spanien)

Parallel: Paul Bedra – Auf der Suche nach der Goldenen Harfe
Paul Bedra (Berlin 1912 – 1997 Düsseldorf), Maler, Graphiker und Holzbildhauer war ein Künstler, der sich zwischen den großen Künstlergenerationen bewegte. Kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges beendete er sein Studium an der Kunsthochschule Berlin bei Bernhard Hasler, Mitglied der avantgardistischen Novembergruppe. Sein Bruder Hannes Beckmann vermittelte ihm den Kontakt zum Bauhaus.

Bis in die 50 er Jahre blieben seine Malereien und Skulpturen dem konkreten Gegenstand und der Figur verpflichtet. 1962, mit der Hinwendung zur Grafik werden Bedras Bilder abstrakt, die „reine Gestaltung“ ist das höchste Ziel.

Goldbergwerk unter der Spitze des Eisbergs,
1986 Gouache über Farbradierung
Auf der Suche nach der goldenen Harfe,
1986, Farbradierung
Mit der Sammlung von Gerhard und Brigitte Hartmann, gestiftet von der Witwe des Künstlers Elisabeth Beckmann, kam 2007 ein Konvolut von 152 Papierarbeiten in den Besitz der Städtischen Kunstsammlung, aus der nun erstmals eine Auswahl präsentiert wird.

Die Ausstellung „Auf der Suche nach der Goldenen Harfe“ beschreibt dabei die ganz individuelle Reise eines Künstlers, der sich bei seiner Arbeit ausdrücklich von Persönlichkeiten wie Wassily Kandinsky und Fernand Léger und darüber hinaus von der Formensprache fernöstlicher Kalligraphie inspirieren ließ.

Ausgangspunkt dieser Suche war ein beständiges Experimentieren mit Material und Oberflächen. Bedra bearbeitete seine Platten mit Hammer, Beitel und Feile, er untersuchte die Wirkung verschiedener Beschichtungen auf seine Bilder und setzte organische Stoffe, wie Haare, Pflanzen, Gewebe und Federn ein.

Am Ende der Reise stehen faszinierende Ergebnisse, die – lässt man den Assoziationen freien Lauf - neue Wahrnehmungsräume erschließen können.

 


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