Vergangene Sonderausstellungen -
Geheimnis, Faszination und Sinnlichkeit einer
Drucktechnik
21. Februar – 6. Juni 2010
William Pether nach Joseph Wright,
Ein Philosoph unterrichtet im Planetarium, 1768,
Aschaffenburger Bestand der Staatlichen Graphischen Sammlung München
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Das schönste Schwarz der Welt suchten
und fanden viele Künstler bis in unsere Zeit in einer Tiefdrucktechnik,
die 1643 in Mainz von dem adeligen Soldaten und Laienkünstler
Ludwig von Siegen erfunden wurde. Als „Schwarze Kunst“
ging dieses innovative Druckverfahren zuerst in die Kunstgeschichte
ein, später auch als ‚mezzotinto‘, ‚manière
noire‘ oder ‚Schabkunst‘ bezeichnet.
Ohne Ätzverfahren können hier wunderbar samtige Schwarztöne
und malerische Halbtonwerte gedruckt werden. Der Kupferstich, bis
dahin das verbreitetste Verfahren zur Reproduktion von Gemälden,
beruhte ausschließlich auf der Linie; Flächen mussten schraffiert
werden.
Das neue Verfahren der „Schwarzen Kunst“ basiert auf einer
aufgerauhten Kupferplatte, die für sich eine schwarze Fläche
drucken würde. Aus diesem mechanisch erzeugten Raster werden
durch Glätten mit dem Polierstahl weiche, malerische Effekte
aus dunklem Grund herausgearbeitet. |
Prinz Ruprecht von der Pfalz,
Der große Henker, 1658,
Kunstsammlungen der Veste Coburg
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Udo Claaßen,
Isländische Landschaft, 1984, Privatbesitz
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Durch Prinz Ruprecht von der Pfalz nach England exportiert,
wurde die Technik als ‚English manner‘ im 18. Jahrhundert
zum Lieblingskind geradezu virtuoser Kupferstecher. Gemälde von
Carracci und Dürer bis Poussin, Raffael, Rubens, Reynolds und
Tizian wurden kongenial ins Schwarzweiß des Kupferdrucks übersetzt.
Motive im Geist der Aufklärung verbanden sich mit neuen Denkansätzen
in Physik und Wahrnehmungstheorie.
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Peter Nagel, Kunststück II, 1987, Privatbesitz
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Die im Landesmuseum und im Gutenberg-Museum Mainz erarbeitete Ausstellung
zeigt erstmalig die technische und künstlerische Entwicklung
eines damals innovativen Druckverfahrens von den Anfängen bis
in die Gegenwart. In einer einzigartigen Zusammenstellung werden kostbare,
bisher kaum gezeigte Werke aus alten Kupferstichsammlungen im Schloss
Aschaffenburg, den Kupferstichkabinetten Berlin, Coburg, Darmstadt,
Karlsruhe und dem Städel Museum Frankfurt in Albstadt ergänzt
durch zeitgenössische Werke aus dem Besitz der Künstler
und dem graphischen Bestand der Galerie Albstadt, Blätter von
Martina AltSchäfer, Alexander Arundell, Udo Claaßen, Wolfgang
Gäfgen, Johannes Grützke, Alfred Hrdlicka, Peter Nagel und
Bernd Schäfer. Nach dieser einzigen süddeutschen Ausstellungsstation
werden die seltenen, teils einmaligen Blätter wieder für
lange Zeit im Dunkel ihrer Graphikschränke verschwinden.
Zur Ausstellung erscheint im Deutschen Kunstverlag, München,
der Katalog: „Die also genannte Schwarze Kunst in Kupfer
zu arbeiten.“ Technik und Entwicklung des Mezzotintos, 228 Seiten
mit 190 Duplex-Abbildungen, 21 x 28 cm, Hardcover ISBN: 978-3-422-06929-9,
ca. 39,90 € (Buchhandel), in der Ausstellung 35,00 € Die
Ausstellung wird unterstützt vom Galerieverein Albstadt e.V.
und der Sparkasse Zollernalb als Sponsor.
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