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Ausstellungen aktuell
GROSSFORMAT
Druckgraphik aus der Sammlung Hartmann
8. Januar bis 4. März 2012

Gleich zu Beginn des Neuen Jahres jährt sich der Geburtstag von Gerhard Hartmann zum 80. Mal. Aus diesem Anlass widmet sich eine Ausstellung aus der Sammlung Hartmann der Tendenz vieler druckgraphisch arbeitenden Künstler zum großen Papierformat – entgegen der sonst oft mit Druckgraphik verbundenen Vorstellung gleichsam kammermusikalisch moderater Formate, angepasst an übliche Mappen- und Graphikschrankgrößen. Was steckt hinter dieser Entwicklung, die seit den 1980er Jahren verstärkt einsetzt? Dieser Frage versucht auch im Rahmen eines Sonntagsbrunches das kleine Geburtstagskolloquium am 8. Januar 2012 im Gespräch mit Künstlern, Kunstfreunden, Sammlern und Kuratoren auf den Grund zu gehen. Einlass ab 10.30 Uhr.

OTTO DIX - Dirnen, Weiber und Madonnen
Frauenbilder zwischen Apotheose und Wirklichkeit

Ab 6. November 2011

Das „Weib“, wie Otto Dix seine frühen Arbeiten oft selbst betitelt, ist bis in seine letzten Schaffensjahre hinein die Konstante in seinem Werk. Immer neu begegnet er der Frau: als Objekt der Begierde und hymnisch als Sinnbild für Leben und Fruchtbarkeit, als Inbegriff für das Leben in seiner Schönheit und Vergänglichkeit, als Ehefrau und Geliebte, Mutter und Hexe, Madonna und Dirne, jugendlich, verführerisch und alternd – bis in den Tod.

Dirne, 1913,
Rote Tusche
Kentaur und Nymphe, 1914,
Tusche

Das zeichnerische Spektrum reicht von frech-subversiven mythologischen Zeichnungen im Frühwerk des Studenten Dix an der Dresdner Kunstgewerbeschule mit impulsiv expressionistischen Linienausbrüchen neben akademischen Aktstudien und der großartigen Gruppe der roten Tuschen. Nach dem Ersten Weltkrieg entstehen von Kubismus und Futurismus angeregte Zeichnungen, in den Zwanziger Jahren neusachliche Akte in ganz neuen Zeichentechniken und erschütternde Aquarelle mit Motiven aus der Düsseldorfer Halbwelt. Um 1930 breitet Dix – nunmehr Professor an der Dresdner Kunstaka???? ?demie – das ganze Spektrum zeichnerischer Techniken aus: zarte, altmeisterliche Silberstiftzeichnungen im Geist Hans Baldung Griens ebenso wie großformatige Kartons als zeichnerische Probe für gemalte Porträts.

Apotheose 1920,
Holzschnitt
Die Irrsinnige von St. Marie-à-Py 1924, Radierung Rothaariges Mädchen, 1963, Farblithographie

Im druckgraphischen Werk folgen auf die einmalige Werkgruppe der Holzschnitte im Geiste DADAs – entstanden um 1919/20 – in den 1920er Jahren scharfgratig aufgerissene Radierungen und Lithographien von üppiger Farbigkeit. Nach dem Zweiten Weltkrieg greift Otto Dix die Möglichkeit auf, Lithographien zu drucken, begierig wieder auf: in Zusammenarbeit mit der Schwenninger Lovis-Presse, der Dresdner Akademiedruckerei und der Erker-Presse St. Gallen.

Selbstbildnis mit Zigarette, 1922, Radierung Der Heilige Lukas malt die Madonna (2. Fassung), ???? ? 1943, Mischtechnik

Über 50 Jahre Zeitgeschichte spiegeln sich neben vielfältigen kunstgeschichtlichen Bezügen in dieser beeindruckenden Werkfolge des großartigen Menschenzeichners Otto Dix zum Thema Frau. Im Selbstporträt bezieht Otto Dix immer wieder auch Position zum eigenen Blick auf das andere Geschlecht. Aus unbestreitbar männlicher Sicht nimmt er die Frau ins Visier seines unbestechlichen Blicks, stets auf der Suche nach Wahrhaftigkeit im Bild des Menschen.

„Jedem guten Bildnis liegt eine Schau zugrunde. Das Wesen jedes Menschen drückt sich in seinem Außen aus; das Außen ist Ausdruck des Inneren, d.h. Äußeres und Inneres sind identisch. Das geht so weit, dass auch die Gewandfalten, die Haltung des Menschen, seine Hände, seine Ohren dem Maler sofort Aufschluss über das Seelische seines Modells geben; letzteres oft mehr als Augen und Mund. … denn der Maler wertet nicht, er schaut. Mein Wahlspruch ist: Trau deinen Augen!“
(Otto Dix)

Landschaftsbild der Schwäbischen Alb - ZOLLERBLICK

Die Kabinettausstellung „Zollerblick“ zeigt eine Bildauswahl mit alten und neuen Ansichten des markanten Burgbergs, der von Westen her den Blick auf die nach ihm benannte Zollernalb bestimmt.

Der markante Kegel bestimmt von Westen her den Blick auf die nach ihm benannte Zollernalb. – Im Jahr 1061, vor genau 950 Jahren, wurde das Haus Hohenzollern erstmals erwähnt, als Burg (‚castrum‘) erstmals im Jahr 1267. Zerstörung, Aufbau, Verfall und Wiederaufbau ließ das Bild der Zollernburg immer wieder neu erscheinen. Allein die hier gezeigten Ansichten aus rund 350 Jahren erzählen von einer wechselvollen Geschichte, aber auch von den Wandlungen der menschlichen Sicht auf die Natur, auch in ihrem Verhältnis zur Kultur.

Die ältesten der hier gezeigten Zolleransichten sind die Kupferstiche aus der „Topographia Suebiae“ von Matthäus Merian d.Ä. – 1643, mitten im Dreißigjährigen Krieg, entstanden. Die nach ihrer Zerstörung zwischen 1454-1530 neu erbaute zweite Burg hatte im Angesicht des ausbrechenden Krieges 1618-1623 neue Bastionen erhalten.

Um 1800 verfiel die Burg zunehmend. Zu Anfang des 19. Jahrhunderts bekrönt sie den Zoller als mächtige Ruine. In einem Gemälde von Johann Jakob Büttgen erscheint sie wie aus einem Märchen aus uralten Zeiten als Abglanz vergangener Macht und Pracht im Hintergrund einer ländlichen Idylle.

Matthäus Merian d.Ä. (1539-1650),
Hechingen mit Hohenzollern
und Killertal,
Kupferstich auf Kupferdruckpapier, 1643
Johann Jakob Büttgen
Der Hohenzollern,1823
Bleuler, Johann Heinrich
Die Fürstlich Hohenzollernsche Residenzstadt Hechingen, 1836

Bei einem Besuch auf dem Zoller erwachte 1819 in dem vierundzwanzigjährigen Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preußen der Wunsch, die Stammburg seines Hauses Hohenzollern wieder aufzubauen. Bereits 1822 setzten gemäß einem Vertrag mit dem Fürstentum Hohenzollern-Hechingen erste Wiederherstellungsarbeiten ein. Mehr als 20 Jahre später, in einem Brief von 1844, erinnert er sich – nunmehr als König Friedrich Wilhelm IV.: "Die Erinnerung vom J.19 ist mir ungemein lieblich und wie ein schöner Traum, zumal der Sonnenuntergang, den wir von einer der Schlossbastionen aus sahen, ... Nun ist ein Jugendtraum – Wunsch, den Hohenzollern wieder bewohnbar gemacht zu sehen..." 1847 beginnt der Wiederaufbau im neugotischen Stil, 1848-50 unterbrochen durch die Revolution.

1850 fiel Hohenzollern-Hechingen an Preußen. In einem Staatsvertrag wurde die Souveränität an die preußische Krone abgetreten. Nunmehr konnte Friedrich Wilhelm IV. seinen Jugendtraum vollends verwirklichen. In dieser Zeit bemühte sich der Maler Lorenzo Quaglio, das preußische Königshaus in Berlin mit einem Aquarell zu einem Gemäldeauftrag zu bewegen. Schon weht die preußische Fahne auf der Burg. Seit ihrer Fertigstellung im Jahr 1856 prägt die Burg Hohenzollern – im neugotischen Stil als neuzeitlicher Traum vom Mittelalter – die markante malerische Silhouette des Zoller, den manche für den schönsten Berg Schwabens halten.


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