31.07.2009 – 25.10.2009
Es
gibt Tausende von ihnen: Sie sind klein, haben einen großen
Kopf und meist keine Beine – aber oft an dieser Stelle ein
großes Loch. In Kisten und Kartons warten die bunten Gestalten
in ihren Kostümen geduldig auf ihren großen Auftritt
im Kinderzimmer oder vor Publikum – gemeint sind die Handpuppen.
Wahrscheinlich in Persien erfunden, kam die Idee des Handpuppentheaters
erst nach den Kreuzzügen auf den europäischen Kontinent.
In der Renaissance (16./17. Jahrhundert) entwickelte sich das Spiel
mit den Puppen zu einer Attraktion auf Märkten und die Charaktere
wurden in Gut und Böse aufgeteilt. Während des 19. Jahrhunderts
wurde das Puppentheater zu einer Theaterform für Kinder. Später
dann wurde vor allem der berühmte Kasper zu Bildungs- aber
auch zu Propagandazwecken eingesetzt. Sowohl in der DDR als auch
in der BRD hatten die Handpuppen ihren festen Platz in Kinderzimmern
und auf der Theaterbühne: 1953 schaffte die Augsburger Puppenkiste
den Sprung ins Fernsehen. In über 45 Sendungen begeisterten
die kleinen Schauspieler ihr Publikum. Und das bestand vermutlich
zu keiner Zeit nur aus Kindern, denn Handpuppen üben auch auf
viele Erwachsene noch eine magische Anziehungskraft aus.
Und so kam es, dass in Albstadt im Jahr 2001 die Handpuppe „Ewelhimo“
geboren wurde. In der gleichnamigen Gruppe hatten sich vier Frauen
zusammengeschlossen, weil sie Spaß daran hatten, Handpuppen
selbst herzustellen und mit ihnen kleine Theaterstücke aufzuführen.
Mittlerweile hat „Ewelhimo“ noch mehr Mütter bekommen
und die bastelten für „Ewelhimo“ noch viele Geschwister.
Seit dem 31.07.2009 wird die Großfamilie als Sonderausstellung
im Maschenmuseum präsentiert. Ob „Zwischen Himmel und
Erde“ oder in der „Meereswelt“, beim gruseligen
„Hexentreffen im Schwarzwasserwald“ oder in der bunten
„Märchenecke“ gleich gegenüber von „Kaiser,
Künstler, Kuriositäten“ – die Handpuppenmütter
präsentieren die kleinen Persönlichkeiten in allen Lebenslagen.
Aber bei einer echten Handpuppenausstellung darf ein richtiges Puppentheater
nicht fehlen: „Sabberlodd, ein Vorfall bei ‚Bitzer zur
Hose’ – Kommissar Dagolfinger ermittelt“ wurde
den Puppen von ihren Müttern auf den Leib geschrieben und wird
sowohl am 27.09.2009 um 14 Uhr als auch am 18.10.2009 um 14 Uhr
nochmals aufgeführt.
Und auch bei diesen Aufführungen werden, wenn es heißt:
„Vorhang auf für Ewelhimo“, bestimmt nicht nur
begeisterte Kinder vor der Kulisse sitzen und zusammen mit Kommissar
Dagolfinger in seinem ersten Fall ermitteln, sondern wahrscheinlich
auch einige Erwachsene, die sich für ein paar Minuten in die
eigene Kindheit zurückversetzt fühlen, als sie selbst
noch auf der Puppentheaterbühne hinter dem Gartentor ihr kleinen
bunten Freunde zum Leben erweckten…
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