Sie
sind das Geheimnis so manch modischer Silhouette, sie leisten wertvolle
Dienste im Sinne der Schönheit und sind nicht zuletzt hilfreiche,
stützende Diener bei gesundheitlichen Beschwerden: Die Produkte
der Miederindustrie. Dabei reichen die Wurzeln ihrer Entstehungsgeschichte
fast bis in die Antike zurück. Angeblich sollen bereits die Römerinnen
zum Sport eine Art Brustband („Strophion“) getragen haben.
Doch vor allem die Mode des 19. Jahrhunderts ist ohne Mieder und
Korsetts kaum vorstellbar: Da wurde für eine „schmale Taille“
genestelt, gedrückt und gezogen – nicht selten so sehr,
dass sich die Rippen der solcherart „Geschnürten“ bogen.
Kein Wunder, dass Ärzte, Hygieniker und Frauenrechtlerinnen
der Miedermode den Kampf ansagten. Eine grundlegende Reformierung
der Frauenkleidung wurde deshalb um die Jahrhundertwende (1900)
versucht – mit mäßigem Erfolg. Im Lauf des 20.
Jahrhunderts vertraute nach wie vor ein Großteil der Frauen
der formenden Wirkung von Miederwaren. Weder die Emanzipationsbewegungen
der 1920er noch der 1970er Jahre konnten der Beliebtheit dieser
künstlichen Formgeber bleibenden Schaden zufügen. Im Gegenteil:
Die Produktpalette der Miederindustrie wurde – auf unterschiedlichste
Bedürfnisse zugeschnitten – inzwischen beträchtlich
erweitert. „Miederoptik“ und Korsetts liegen in der aktuellen
Modewelt voll im Trend.
„Immer wieder lockt das Mieder“, ein schillerndes Thema,
das im Maschenmuseum Albstadt ebenso phantasievoll wie facettenreich
präsentiert wird. So werden neben der Geschichte des Mieders
im 20. Jahrhundert unter anderem Themen wie „Die Geschichte des
BH` s“, „Das Mieder für den Mann“, „Kindermieder“
oder das „Mieder auf dem Lande“ gezeigt und nicht zuletzt
natürlich das Korsett in seiner magisch-erotischen Wirkung
beleuchtet. Exotische Korsagen aus Recycling-Materialien, gefertigt
von Studentinnen der Privaten Modeschule Albstadt sowie Taschen
im Mieder-Design von Tanja Much, runden die faszinierende Schau
ab.
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