Die Integrale Altlastenuntersuchung Albstadt-Ebingen (IAU)
ist als „Lernendes System“ mit einer 3-stufigen Vorgehensweise
aufgebaut. Dabei fließen auch die Erfahrungen aus den Integralen Altlastenuntersuchungen
in Stuttgart und Ravensburg mit ein. Ziel der ersten Projektstufe ist eine
umfassende Bestandsaufnahme der bisherigen Erkundungs- und Sanierungsmaßnahmen,
in der Stufe 2 werden umfangreiche technische Maßnahmen sowie eine konzeptionelle
Weiter-entwicklung für den nächsten Abschnitt 3 durchgeführt.
Im Abschnitt 3 werden wichtige Zielsetzungen für das Projekt, auch mit
innovativen Methoden wie gasphysikalischen und isotopen-spezifischen Grundwasseruntersuchungen,
verfolgt.
In Projektstufe 1, die von Mai 2005 bis Februar 2006 bearbeitet wurde, wurden folgende Maßnahmen durchgeführt:
- Erfassung sämtlicher verwertbarer Daten im Untersuchungsgebiet
- Überprüfung der 165 im Bearbeitungsgebiet vorhandenen Grundwassermessstellen auf ihre Funktionstüchtigkeit, Durchführung von Stichtagsmessungen und Erstellung von Grundwassergleichenplänen
- Durchführung von Kurzpumpversuchen mit begleitender Analytik für die Ermittlung der geohydraulischen Kenndaten zur Festlegung der Kontrollebenen
- Erstellung eines hydrogeologischen Strukturmodells als Grundlage für das numerische Grundwassermodell in Stufe 2 und 3
- Vorbereitung der Ausschreibungsunterlagen für die Vergabe von verschiedenen Ge-werken (Grundwassermodell, Bohrarbeiten, Labor) für Stufe 2
- Erstellung eines Abschlussberichts Stufe 1 mit detaillierter Darstellung des weiteren Vorgehens in Stufe 2
In Projektstufe 2, die von April 2006 bis April 2008 bearbeitet wurde, erfolgte
die Durchführung folgender Maßnahmen:
- Weiterentwicklung des hydrogeologischen Strukturmodells
- Erstellung und Anwendung des numerischen Grundwasserströmungs- und Schadstofftransportmodells
- Einrichtung von ca. 95 Grundwassermessstellen zur Abgrenzung des Untersuchungs-gebietes und zur Errichtung auf den Kontrollebenen
- Durchführung von Kurzpumpversuchen mit begleitender Analytik in den neuen Messstellen für die Ermittlung der geohydraulischen Kenndaten
- Durchführung von Immissionspumpversuchen mit Analytik in den Messstellen auf den Kontrollebenen zur Erfassung möglicher Schadstofffahnen und -frachten
- Bodenuntersuchungen zur Ermittlung möglicher Verursacher
- Erstellung eines Abschlussberichts Stufe 2 mit detaillierter Darstellung des weiteren Vorgehens in Stufe 3
In Abschnitt 3, der bis zum Projektende in 12.2010 dauert, wird grundsätzlich
die Zielsetzung verfolgt:
- Klärung der Frage, ob im nördlichen Schmiechatal
von den Talrändern her eine Speisung des quartären Aquifers
durch Grundwasser aus dem Jura erfolgt
- Nachweis möglicher Schadstoffeinträge in das Grundwasser
durch verschiedene Altablagerungen und Altstandorten
- Vertiefte Erkenntnisse zu Schäden mit leichtflüchtigen chlorierten
Kohlenwasserstoffen im Grundwasser bei verschiedenen Standorten
- Vertiefung des Verständnisses der komplexen hydrogeologischen
Verhältnisse und Zusammenhänge im Arbeitsgebiet
- Vertiefung der Kenntnisse zum Umfang potenzieller schädlicher
Bodenveränderungen im Rahmen von Altablagerungen und Altstandorten
- Schaffung von Grundlagen für eine effektive Bewertung der Altlasten
im Stadtgebiet und ihre möglichen Sanierungserfordernisse
- Erarbeitung von Planungsgrundlagen für eine Verbesserung der Wiedernutzung
von Gewerbe- und kommunalen Flächen zur städtebaulichen Entwicklung
im Innenbereich
Das Projekt „Integrale Altlastenuntersuchung in Albstadt-Ebingen“
hat sich mit eigenen Fachvorträgen zur Information der Fachöffentlichkeit
und zum Austausch mit Beteiligten ähnlicher Projekte bisher an folgenden
Seminaren beteiligt:
- „Integrale Altlasten- und Grundwasser-Untersuchung“.
Fortbildungsverbund boden und altlasten Baden-Württemberg. Seminar
03.07.2008, Stuttgart
- Gefährdungsabschätzung Boden – Gewässer
im Rahmen der Altlastenbearbeitung. Fortbildungsverbund boden und altlasten
Baden-Württemberg. Seminar 07.05.2009, Karlsruhe
- "Aktuelle Grundlagen für die Bearbeitung von Altlasten und
schädlichen Bodenveränderungen in Baden-Württemberg",
Fortbildungsverbund boden und altlasten BW. Seminar 22.06.2010 Karlsruhe.