Streichinstrumente
     

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                   

Streichinstrumente wie Fidel und Rebec sind in Europa mindestens seit dem 11. Jahrhundert bekannt. Zumindest beim Rebec ist dabei der arabische Ursprung des Instruments (Rebab) sicher nachzuweisen. Aus der Fidel und dem Rebec entwickelte sich im 15. und 16. Jahrhundert die Violen- und Gambenfamilie.
Bei der Drehleier werden die Saiten von einem eingebauten Rad gestrichen; sie ist seit dem 10. Jahrhundert dokumentiert und war in der Renaissance und im 18. Jahrhundert beliebt.
Die Nyckelharpa (Schlüsselfidel) ist seit dem 15. Jahrhundert in Deutschland, Italien und Schweden nachweisbar.
Eine noch längere Geschichte haben Streich-instrumente in China, die unter dem Begriff Huqin zusammengefasst werden. Um 800 wurden dort Streichinstrumente mit einem schmalen Bambus-streifen gestrichen. (Etwa zur gleichen Zeit benutzte man in Korea einen Holzstab zum Streichen, der mit Harz überzogen war.)
Historische Streichinstrumente, die zur Aufführung alter europäischer Musik zunehmend wieder gebraucht werden, sind insbesondere Fidel, Gambe, Rebec (Rubeba), Trumscheit, Drehleier, Nyckelharpa und Viola d’amore.
Vom 17. bis zum 19. Jahrhundert kam bei Tanzstunden die schmale Tanzmeistergeige zum Einsatz. Sie hat einen hellen und sehr schwachen Klang.

 

Zur Familie der „modernen“ Streichinstrumente gehören vier Mitglieder:

  • Violine (Geige)
  • Viola (Bratsche)
  • Violoncello (Cello)
  • Kontrabass

 

Je größer der Körper des Instrumentes, desto tiefer sein Klang. Alle vier Instrumente sehen eigentlich gleich aus, Cello und Kontrabass werden jedoch zum Spielen auf den Boden gestellt und haben, damit sie nicht wegrutschen, einen Stachel. Bei der Violine und der Viola wird das Eigengewicht des Kopfes durch eine leichte Drehung nach links auf dem Kinnhalter  gelassen, dadurch hält das Instrument bereits. Eine Stütze auf der linken Schulter verhindert, dass man sie hoch zieht. Die rechte Hand hält den Bogen.
Die Verwendung des richtigen Holzes ist äußerst wichtig für den guten Klang: meist verwendet man Ahorn, Fichte und Ebenholz oder Buchsbaum. Legenden und Rätsel umwittern das Rezept für den Lack, mit dem die Instrumente versiegelt werden. Die Instrumente der berühmtesten Geigenbauer Stradivari, Guagnieri und Amati sind sehr kostbar werden noch heute von großen Künstlern gespielt.
Zu jedem Instrument gehört ein anderer Bogen, die Grundelemente sind jedoch immer ähnlich: Bogenstange, der sog. Frosch (zur Spannung oder Entspannung des Haarbezuges), und Rosshaar (ca. 120 – 150 Haare). Um eine stärkere Haftung und Reibung zu erzielen, werden die Haare mit Kolophonium, einem Baumharz, bestrichen. Man kann die Streichinstrumente jedoch auch mit den Fingern zupfen – das nennt man „pizzicato“. Das Herz jedes Streichinstrumentes kann man durch die F-Löcher sehen: es ist der Stimmstock, er macht den Ton schön. Oben am Ende des Griffbrettes, kurz vor der Schnecke, sind vier Wirbel, mit denen man die Saiten mehr oder weniger fest spannen kann. Sie verändern dabei ihren Ton – das nennt man das Stimmen. Die Saiten sind über einen gewölbten Steg (eine „Brücke“) gespannt. Sie klingen verschieden und man kann sich - z.B. bei der Violine - ihre Namen leicht merken:

G geh‘
D du
A alter
E Esel

Damit auch die Jüngsten mit ihren kleinen Händen ein Streichinstrument spielen können, werden diese in verschiedenen Größen gebaut – man spricht dann von 1/16, 1/8, 1/4 oder 1/2 Instrumenten.
Wer ein Streichinstrument spielen möchte, muss keine Angst haben (auch die Mama nicht), sollte jedoch ein gutes Gehör und bewegliche Finger besitzen. Das Zauberwort heißt wie bei allen Instrumenten auch hier: Üben.

 

Beginn:    Violine/ Viola/ Cello: ab ca. 5 Jahren, Kontrabass ab ca. 7 Jahren,

Unterricht: Einzeln oder in der Gruppe, für Erwachsene auch Flex-Unterricht, Leihinstrumente für den Anfangsunterricht stehen zur Verfügung 

 

Violine (Geige)
Sie hat bereits in den italienischen Meisterschulen des 16./17. Jahrhunderts ihre bis heute unveränderte, traditionelle Form gefunden, während die Musik, der sie diente, sich mehrfach und grundlegend wandelte. Sie ist das beweglichste und wichtigste Instrument im Orchester– daher kommt der Begriff „die erste Geige spielen“ für besonders wichtige oder sich wichtig nehmende Personen... Auch als Soloinstrument und in der Kammer- und Volksmusik zeigt sie ihre Vielseitigkeit. Sogar in den Popbereich hat sie mittlerweile Eingang gefunden! 

Viola (Bratsche)
Man kann sie als die große Schwester der Violine bezeichnen – ihre Saiten sind fünf Töne tiefer gestimmt als die ihrer kleinen Schwester. Ihr Klang ist in den tieferen Lagen voll und dunkel, samtiger als der der Violine. Deshalb wird sie gern für melancholisch-träumerische Melodien eingesetzt. Ihren Stammplatz hat sie im Orchester und im Streichquartett. Doch auch als Soloinstrument hat die Bratsche gerade in jüngerer Zeit immer mehr an Bedeutung gewonnen.  

Violoncello
Das Violoncello reicht gleich 8 Töne  tiefer als die Viola und ist auch größer – so groß, dass es nicht mehr auf die Schulter gelegt werden kann. Es wird mit einem Stachel auf dem Boden aufgestützt und zwischen den Knien gehalten. Durch diese Haltung hat der Spieler die Möglichkeit, auch den Daumen für das Greifen der Töne zu benutzen. So wird das Instrument ähnlich  flexibel wie die Violine. Der Orchester- und Kammermusik verleiht das Cello das Fundament. Als Begleitinstrument (z.B. Barockmusik) ist es nicht wegzudenken und als Soloinstrument verzaubert es nicht nur mit Stücken wie dem berühmten „Schwan“ aus Camille Saint-Saens „Carneval der Tiere“ kleine und große Zuhörer. 

Kontrabass        
Als größtes Instrument unter den Streichern bietet der Kontrabass mit seinen tiefen Tönen das Fundament des Orchesterklanges. Aber auch in der Kammermusik und als Soloinstrument bietet er seinem Spieler ein breites und interessantes Wirkungsfeld. Nicht mehr wegzudenken ist er im Jazz.
Hier wird er meist gezupft. Durch sein großes Ausmaß liegen die Töne weit auseinander und da auch die Saitenspannung recht hoch ist, ist am Anfang des Kontrabassstudiums Geduld erforderlich. Danach wird der Spieler erkennen können, dass es heutzutage kaum noch Grenzen gibt, Musik mit dem Kontrabass zu gestalten.

 

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