Albstadt - Fairtrade-Stadt


Albstadt ist Fairtrade-Stadt  

Es war ein langer, steiniger Weg, am Ende war es dann aber doch geschafft. Am 26.09.2015 überreichte Manfred Holz, Ehrenbotschafter von TransFair e.V., dem Oberbürgermeister Klaus Konzelmann und der Steuerungsgruppe vor dem Weltladen in der Oberen Vorstadt die langersehnte Urkunde.

Gefeiert wurde dieses Ereignis zusammen mit dem Weltladen, dem Ursprung fairen Handels in Albstadt, der an diesem Tag gleichzeitig sein 30jähriges Jubiläum mit einer Fairkostung beging. Unterstützung erhielten die Festenden von MitarbeiterInnen des Kaffeewerks Zollernalb, der Firma Comazo (erstes zertifiziertes Wäscheunternehmen in Deutschland), der Fa. Getränke Mebold und des Modellabels „hanfliebe“, die nicht nur faire Ware anboten, sondern auch über die Grundsätze fairen Handels informierten.

Vorgeschichte

Die Weltläden legten in vielen Kommunen den Grundstein für die Idee, sich mit Fairtrade zu beschäftigen und inspirierten auch Wolfgang Rödler (Lehrer an der Walther-Groz-Schule) sich mit dem Fairtrade-Gedanken vertraut zu machen und ihn weiterzutragen. Auf seine Initiative nahmen Schülerinnen im Schuljahr 2012/2013 im Rahmen des Schulfaches „Ethik“ am 55. Schülerwettbewerb des Landtags Baden-Württemberg mit einer Reportage „Fairtrade-Stadt – auch in Albstadt?“ der Walther-Groz-Schule teil. Darüber hinaus trat Herr Rödler im Oktober 2012 an die Stadtverwaltung heran und bat um Unterstützung für den Antrag im Rahmen der Kampagne „Fairtrade Town“.

Diese Unterstützung war erforderlich, um eine der fünf Kriterien von TransFair e.V. zu erfüllen. In der Stadt musste beschlossen werden, dass bei allen Sitzungen der Ausschüsse/des  Gemeinderats sowie im Bürgermeisterbüro Fair-Trade-Kaffee sowie ein  weiteres Produkt aus fairem Handel verwendet wird. Außerdem musste eine  Entscheidung vorliegen, dass die Stadt den Titel „Fairtrade-Stadt“ anstrebt.  

Nach Vorberatung im Ausschuss für Soziales, Kultur, Schule und Sport und wurde am 13.02. 2014 im Gemeinderat beschlossen, die Auszeichnung „Fairtrade Town“ anzustreben und zukünftig Fairtrade-Produkte in der Stadtverwaltung zu verwenden. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Herr Rödler bereits weitere Kriterien für die Antragstellung zusammengetragen. Gleichzeitig mobilisierte er Gleichgesinnte, die sich am 19.03.2014 zu einem ersten Austausch trafen. Die ehrenamtlich tätige Steuerungsgruppe „Fairtrade in Albstadt“ war gegründet.

In der Folgezeit wurden weitere Kriterien für die Antragstellung erfüllt und im September 2014 der Antrag auf das Siegel „Fairtrade-Town“ bei TransFair e.V. gestellt. Am 10.12.2014 erhielt der Oberbürgermeister die erlösende Nachricht aus Köln, dass die Stadt als Fairtrade-Stadt ausgezeichnet werden könne. In der Folgezeit organisierte die Steuerungsgruppe einen Termin für die Verleihung des Siegels, die Überreichung wurde Ende September 2015 im Rahmen der Fairen-Woche gefeiert.    

Was bedeutet „Fairtrade“

Die Konvention der Weltläden wurde 1998 verabschiedet und definiert den Fairen Handel der Weltläden und die Ansprüche an alle, die an diesem Handel beteiligt sind. Durch bessere Handelsbedingungen und die Sicherung sozialer Rechte für benachteiligte ProduzentInnen und ArbeiterInnen soll der Faire Handel einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten. Hier wurde in den letzten 17 Jahren von den Weltläden viel geleistet. Der Besuch im Weltladen gleicht mittlerweile einer Entdeckungsreise durch die Kontinente unserer Welt. Attraktive Produkte von höchster Qualität zu angemessenen Preisen, finden zahlreiche Abnehmer, die hinter der Idee des Fairen Handels stehen. Dabei werden nicht nur fair gehandelte Produkte vermarktet, sondern insbesondere Informations- und Bildungsarbeit betrieben und publikumswirksame Kampagnen organisiert. http://www.freundeskreis-dritte-welt.de/weltladen-ebingen/  

Der Verein „TransFair e.V.“ schafft es, den Fairtrade-Gedanken mit Inhalt zu füllen und nachhaltiges Wirtschaften weltweit voranzubringen. Als Verbraucher können wir selbst durch unser Tun am Verkaufsregal aktiv werden und Verantwortung übernehmen und damit diese wichtige Mission im Bewusstsein der Gesellschaft verankern helfen.

Jeder von uns kann mit seiner bewussten Kaufentscheidung für fair gehandelte Produkte dazu beitragen, faire Arbeitsbedingungen zu fördern und Kindern eine Chance auf eine bessere Zukunft zu geben.    

Was bedeutet „Fairtrade-Stadt“?

Fairtrade-Towns (in Deutschland Fairtrade-Stadt) ist eine weltweite Kampagne. In 24 Ländern gibt es über 1.500 Fairtrade-Städte, darunter London, Rom, Brüssel und San Francisco. Ziel ist, sich für eine gerechtere Welt einzusetzen und den Fairen Handel zu verbreiten.  

TransFair e.V. informiert und unterstützt die Kommunen mit vielfältigen Materialien und Vorschlägen im Rahmen der Kampagne. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, benachteiligte Produzentenfamilien in Afrika, Asien und Lateinamerika zu fördern und durch den fairen Handel deren Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verbessern.  

Die wichtigsten Standards des fairen Handels sind:  

Soziales:

  • Arbeitsbedingungen
  • Gemeinschaftsprojekte
  • Versammlungsfreiheit
  • Diskriminierungsverbot
  • Keine illegale Kinderarbeit

Ökonomie:

  • Beratung
  • Stabile Mindestpreise
  • Fairtrade-Prämien
  • Langfristige Handelsbeziehungen
  • Vorfinanzierung

Ökologie:

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